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„Unterm Teppich?“

Rassistische Konzepte, koloniale Fantasien am Beispiel eines Berliner Straßennamens

Wir möchten auf dieser Website unser Projekt „Unterm Teppich?“, das sich kritisch mit der Berliner „Mohrenstraße“[1] beschäftigt, präsentieren.

Dieses Projekt haben wir als weiße Studierende im Jahr 2006 am Institut für Europäische Ethnologie der Berliner Humboldt-Universität im Rahmen des studentisch organisierten Tutoriums “Postkoloniale Theorie und Europäische Ethnologie. Trinh T. Minh-has Kritik der hegemonialen Repräsentation“ bei Noemi Yoko Molitor konzipiert. Wir setzen uns in diesem Projekt mit rassistischen Konzepten und kolonialen Bilderwelten, die mit dem Straßennamen „M.-Strasse“ (Berlin-Mitte) verknüpft sind, auseinander.

Neben den konkreten Entstehungsgeschichten des Straßennamens ist der Begriff „M.“ für unsere Analyse zentral. Dieser verweist auf einen deutschen Kontext der Sklaverei, des Kolonialismus und des Rassismus und ist noch heute Träger dieser Bedeutungen. Deswegen sind wir entschieden gegen die Verwendung und fortdauernde Wiederholung des rassistischen Begriffs u.a. in Form des Straßennamens.

Wir möchten diesbezüglich mit unserer Website auf einen Handlungsbedarf aufmerksam machen und selbst zu einer Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte der Deutschen einladen. Dazu untersuchen wir anhand von Interviews mit weißen Deutschen die gegenwärtigen Wirkungen des Straßennamens, damit verknüpfte weiße Bezeichnungspraxen, Erinnerungs- und Aufarbeitungsstrategien von deutscher Kolonial- und Sklavereivergangenheit. Uns interessieren dabei v.a. der heutige Umgang mit Begriffen, die in einem kolonialen und Sklaverei-Kontext von Weißen für Schwarze als Bezeichnung verwendet wurden und eine rassifizierte Ordnung schufen, sowie die Effekte dieser Praxen auf gegenwärtige Vorstellungswelten und weiße Selbstbilder. Die geführten Interviews haben wir dazu mit Hilfe von Ansätzen aus den Critical Whiteness Studies und postkolonialen Theorien analysiert.

Wir haben unser Projekt als modulares Mindmap, das wir als Bildungsmaterial und als Web-Seite zugänglich machen/wollen, entworfen. Dabei betrachten wir unser digitales Mindmap als Work in Progress, das wir – gerne in Zusammenarbeit mit weiteren Personen – ausbauen möchten. Wir haben eine Vielzahl an Interviews geführt, die wir noch auswerten und einfügen wollen. Bislang mussten einige Verknüpfungen im Mindmap noch offen bleiben; diese und weitere Verlinkungen können noch eingearbeitet werden.

Weitere Anknüpfungspunkte wären, sich mit dem aktuellen Straßenbild und den verschiedenen Institutionen und anderen Einrichtungen in der Straße zu beschäftigen. Außerdem wäre es wichtig, zu analysieren, was die Entstehungsgeschichte_n, die über die Straße kursieren, für Effekte in dem Diskurs über deutsche Kolonialverbrechen erzielen.

Über Feedback und Kritik freuen wir uns: (m-strasse@riseup.net).

Ulrike Hamann

Janet Keim

Noemi Yoko Molitor

Daniela Müller

Caroline Wunderlich

[1] Der Begriff wird im Folgenden wegen seines gewaltförmigen Gehalts nicht wiederholt, sondern durch „M.“ bzw. „M-Straße“ ersetzt.

[1] Der rassistische Begriff wird im Folgenden durch „M.“ bzw. „M-Straße“ ersetzt.

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