Umbenennen!
Wir erachten das Festhalten an dem Straßennamen für eine fortwährende Wiedereinsetzung der rassistischen Verletzungen, die durch die Verbrechen während der Sklaverei- und Kolonialzeit an Schwarzen Menschen begangen wurde [Straßenname]. Die Entstehung des Straßennamens geht nach Meinung der Autorinnen vor allem auf eine rassistische Praxis des Anstarrens Schwarzer Menschen zurück und ist eng verknüpft mit dem historischen Verbrechen der Sklaverei, das weiße Deutsche an Schwarzen Menschen begangen haben, während sie ihre Länder kolonisierten und ausraubten.
Es besteht daher unserer Ansicht nach dringender Handlungsbedarf. Wir setzen uns für eine Umbenennung der Straße sowie die Aufarbeitung der Geschichte des Straßennamens ein. Diese muss in eine tief greifende Auseinandersetzung mit der weißen deutschen Sklaverei- und Kolonialgeschichte eingebettet werden.
In welcher Form eine andere Art der Erinnerung an die Geschichte am Straßennamen deutlich gemacht werden kann, sollte vor allem von denjenigen Initiativen entschieden werden, die dazu seit langem arbeiten [Widerstände] und aufgrund eines afrikanischen Diaspora-Hintergrundes eine größere Entscheidungskompetenz besitzen.
Wir denken, dass Weiße vor allem aufgrund von Vermeidungs- und Abwehrstrategien diese eine diesbezügliche Kompetenz nicht per se haben [Definitionsmacht]. Weiße können in diesem Prozess der Namensfindung die eigene partikuläre/begrenzte Perspektive anerkennen und beginnen Verantwortung zu übernehmen, indem sie sich mit dem eigenen Rassismus und der eigenen Verstrickung in alltagsrassistische und neokoloniale Benennungs- und Wahrnehmungspraxen auseinandersetzen.
