Blaming The Victim
Rassismus als Problem Schwarzer
Rassismus wird immer wieder von Weißen individualisiert und zu einem Problem von Nicht-Weißen gemacht. Zuletzt hat das die Argumentation in bundesdeutschen Medien zu dem rassistischen Übergriff auf Ermyas M. in Potsdam anschaulich gezeigt. Immer wieder wurde der Alkoholkonsum, der Streit mit seiner Ehefrau und die Aggressivität des Schwarzen Deutschen angeführt. um damit den Übergriff zu erklären. So standen nicht die weißen Täter im Blickfeld, sondern es wurde behauptet, dass das Schwarze Opfer selbst (mit)schuld sei.
Wenn Rassismus zu einem Problem Schwarzer gemacht wird, müssen sich Weiße dazu nicht positionieren und auch nicht anerkennen, dass Rassismus weiße Vorherrschaft bedeutet. Diese Strategie funktioniert ähnlich wie Schweigen und lenkt von einer/m selbst und der eigenen Verantwortung ab.
Was in der medialen Öffentlichkeit mit dem Schwarzen Deutschen geschehen ist, wird von Rassismustheorien als „blaiming the victim“ bezeichnet. Bei dieser Abwehrstrategie wird auf einen Rassismus-Vorwurf darauf reagiert, dass die Schuld auf die Opfer übertragen wird. Oder die Reaktion selbst wird in den Mittelpunkt gestellt, indem sie als zu emotional, subjektiv oder einfach nicht gerechtfertigt bezeichnet wird.