Abwehrmechanismen
Die entscheidende Frage für Weiße ist nicht: bin ich rassistisch? sondern: wie bin ich rassistisch und wie gehe ich damit um? Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit (eigenem) Weißsein schließt die Beschäftigung mit Abwehrmechanismen mit ein. In dem Moment, in dem ich mit Abwehr reagieren will, passiert etwas Entscheidendes und wenn ich dem nachspüre, kann ich an die Punkte gelangen, an denen meine weißen Grundfesten erschüttert werden.
Lernen sich zu positionieren, d.h. die eigene privilegierte weiße Position als solche anzuerkennen und aus diesem Wissen heraus Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, kann ein erster Schritt im Umgang mit den eigenen Abwehrmechanismen sein. Dabei ist es wichtig, Weißsein sowie rassistische Handlungen, Äußerungen, Verhaltensweisen und Einstellungen als solche zu benennen und zu verurteilen. Dazu gehört auch, eigene Unsicherheiten sichtbar zu machen, ohne jedoch sich aus der eigenen Verantwortung zu ziehen. So kann einigen Abwehrmechanismen entgegengewirkt werden.
Die Auseinandersetzung mit Weißsein ist ein langer Weg, der meist bei Leugnen der eigenen Beteiligung an Rassismus beginnt. In Folge reagieren die meisten Weißen mit einem Schuldgefühl, das lähmend wirken kann und das Übernehmen von wirklicher Verantwortung verhindert. Nach einer weiteren Phase der Scham über die eigenen Rassismen, kann zu einer Einsicht in eigene Privilegien und einer sensibilisierten Wahrnehmung von Rassismus gelangt werden.