Vermeidungsmechanismen
Was sind Vermeidungs- bzw. Abwehrmechanismen? Warum und wann treten sie auf?
„Ich verstehe nicht, was du meinst.“
„Das finde ich jetzt aber sehr emotional und subjektiv (während ich selbst neutral und objektiv bin)“
„Das geht mich nichts an. Was hat das denn mit mir zu tun?“
„Das habe ich doch nicht so (rassistisch) gemeint.“
Das sind einige von vielen möglichen Reaktionen von Weißen Menschen, wenn sie auf Rassismus oder ihr Weißsein angesprochen werden. Schnell fühlen sich Weiße unwohl, fühlen sich in die Ecke gedrängt und wollen nicht be-/verurteilt werden. Leugnen, Abwehr, Ausweichen, Ablenken sind gängige Reaktionen.
Weißsein ist meist unsichtbar und unmarkiert. Und es werden verschiedene Techniken mobilisiert, damit es weiterhin nicht markiert wird. Diese Abwehrmechanismen reichen von unsicheren Eingeständnissen der eigenen als legitim erachteten Unwissenheit bis hin zu aggressiver Gegenwehr, die auch in körperliche Gewalt münden kann.
Weiße begreifen Rassismus meist als eine bewusste Intention, die zu diskriminierenden Handlungen gegenüber Nicht-Weißen führt. Meistens wird Rassismus mit Rechtsextremismus gleichgesetzt. Dass alle Weißen zu rassistischem Denken und Handeln sozialisiert werden, wollen die Meisten nicht sehen. Ignoranz ist eine bewusste Entscheidung, nicht hinzusehen, und muss alltäglich neu getroffen werden.
Abwehr heißt, sich immer wieder auf das weiße Privileg zurückzuziehen, sich nicht mit (dem eigenen) Rassismus auseinandersetzen zu müssen.
