Initiativen

Die Initiative „Kolonialismus und Rassismus im öffentlichen Straßenbild von Berlin-Mitte“ engagierte sich 2004-06 auf der politischen lokalen Ebene für eine Umbenennung. Die zuständige Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Berlin-Mitte hat bis heute eine Umbenennung des rassistischen Strassennamens abgelehnt.

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Mohrenstraße muss weg

Pressemitteilung 28.10.2004

Die Internationale Liga für Menschenrechte Berlin und der Global Afrikan Congress begrüßen die Initiative in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin zur Umbenennung der diskriminierenden Bezeichnung „Mohrenstraße“ für den Straßennamen sowie den U-Bahnhof. Unabhängig von der historischen Herkunft ist die Bezeichnung „Mohr“ im deutschsprachigen Raum mit negativen Attributen behaftet.

„Es vermittelt ein rassistisches Afrikabild bzw. Bild von Schwarzen. Es stellt schwarze Menschen als unterwürfig und unzivilisiert dar, also à la Sarotti-Mohr. Die Bezeichnung „Mohr“ gehört nicht ins Jahr 2004, wo wir für die Abschaffung solcher Formen von Diskriminierung kämpfen“, so Yonas Endrias vom Vorstand der Internationalen Liga für Menschenrechte Berlin.

„Der ‚Mohr’ ist ein europäisch-koloniales Stereotyp von AfrikanerInnen. Die BewohnerInnen des afrikanischen Kontinents sind AfrikanerInnen oder als politische Bezeichnung Schwarze bzw. sie benennen sich je nach Land als SenegalesInnen, EritreerInnen oder NamibierInnen,..

„Mohr“ und „Neger“ sind abwertende und erniedrigende Bezeichnungen und gehören daher nicht auch noch öffentlich auf Straßenschilder..“, so Judy Gummich, Koordinatorin des Global Afrikan Congress, Sektion Deutschland.

Wir sind entsetzt über die ignorante Stellungnahme von Dr. Schneider, eines Mitarbeiters des Migrationsbeauftragten Herrn Piening. Er erklärte in der Presse, ohne mit VertreterInnen Schwarzer Organisationen zu sprechen, dass er diese Bezeichnung akzeptabel findet: Ein eklatantes Vergehen, das eines Mitarbeiters des Migrationsbeauftragten nicht würdig ist. Wir fordern Herrn Piening auf, daraus Konsequenzen zu ziehen, und zu verhindern, dass seine

MitarbeiterInnen rassistische Bezeichnungen dulden.

Für die „Mohrenstraße“ schlagen wir die Umbenennung in „Königin von Saba-Straße“oder „Saba-Straße“ vor. Königin von Saba ist die weltbekannteste schwarze Königin, die die afrikanische Zivilisation vertritt und in den heiligen Büchern der Juden, Muslimen und

Christen erwähnt wird.
Yonas Endrias, Judy Gummich