Heilige drei Koenige
Interview 11
(Deutsch-Muttersprachlerin und Deutsch-Muttersprachler ca. 60 Jahre)
F: Wir machen eine Untersuchung zu Straßennamen. Dauert nicht lange. Wissen Sie, in welcher Straße Sie sind?
A: hier – nein. Aber die französiche Straße ist nicht weit von hier.
F: Ja. Also hier das ist die Mohrenstraße.
A: Mohrenstraße. (Der Deutsch-Muttersprachler antwortet)
F: Ja genau. Sagt Ihnen der straßenname irgendwas? Wissen Sie was der bedeutet?
A: Also das Café ‚Mohren’ ist ein berühmtes Berliner Café.
F: Ist das hier in der straße?
A: Nein das ist im Ku’damm, oder auf dem Ku’damm.
F: Okay. Und Sie (sich an die Deutsch-Muttersprachlerin wendend) Haben Sie Assoziationen dazu?
A: Ich kenn mich hier net so gut aus, wie mein Mann.
F: Nee, einfach vom Begriff her…zum Beispiel, was der Begriff bedeutet – ‚Mohr’?
A: (der Mann antwortet) Ja, der Mohr ist einer der heiligen drei Könige. Sonst fällt mir zu Mohr nichts ein. Das heißt doch: war nicht beim Wilhelm Busch irgendenen Mohr? Nee im Struwwelpeter war ein Mohr.
F: Und was oder wen bezeichnet das Wort da?
A: Ja n Schwarzen. Schwarzen. Oder früher hat man auch Neger gesagt.
F: Und wie finden Sie, dass die Straße so heißt, also wenn Sie das jetzt wissen?
A: Äh, ja gut, das Café Mohren, (Die Frau schiebt ein: dadurch dass es Traditionen hat.) hat vielelicht mit dem Namen zu tun, das kann natürlich einfach n Eigenname sein. Mohr oder Mohren.
F: Also Sie finden das…?
A: (Er) Ja, ganz normal.
F: Ja, könnt auch französische oder deutsche Straße heißen.
A: Ja danke, tschüß.
