Antikolonialer Widerstand

Widerstand

Während der gesamten Zeit des Kolonialismus widersetzten sich die kolonisierten und versklavten Menschen gegen die Kolonisation.! Dieser elementare Bestandteil von Kolonialgeschichte ist zum Teil oder sogar komplett durch weiße europäische/deutsche Geschichtsschreibung ausgelassen worden.

Widerstand gegen die Kolonisierung wurde in ganz unterschiedlicher Art und Weise ausgeübt, sowohl innerhalb der kolonisierten Länder als auch von den verschleppten und versklavten Menschen in Deutschland. Hier können lediglich einige Beispiele dafür angeführt werden. Nach wie vor bestehen in unserem Wissen Leerstellen über die zahlreichen Widerstandsbewegungen die es weiterhin zu füllen und in den Diskurs zu bringen gilt.

Petitions- Bewegung

Die Petitions- Bewegung wurde von Einwohner_Innen aus afrikanischen Ländern, die unter die koloniale Herrschaft gezwungen wurden, gegründet und organisiert. Die Bewegung kämpfte für die gesetzmäßigen Rechte unter kolonialer Administration. Sie stellte in Petitionen und Berichten die durch Kolonialoffiziere verübten brutalen Verbrechen dar. Die erste Petition wurde am 27. Mai 1899 an den deutschen Kaiser gerichtet[1]. Im Allgemeinen wurden die Petitionen von den Deutschen nicht beachtet oder deren Antragsteller_Innen gar bestraft.

Bewaffneter Kampf

Fatima El-Tayeb schreibt, für den afrikanischen Kontinent, dass Widerstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft in den afrikanischen Ländern weit verbreitet war. So erlangte der Kampf der Hereros und Namas von 1904 bis 1907 in der für Deutschland ökonomisch wichtigsten und geografisch größten Kolonie „Südwest- Afrika“ in Deutschland viel Aufmerksamkeit und wurde mehrfach im Reichstag diskutiert. Nach der brutalen Niederschlagung des Widerstandes Aufstandes durch die Deutschen errichteten diese ein System der Kontrolle und Unterdrückung, von bis dahin einzigartiger Brutalität, welches später als Model für das Südafrikanische Apartheidsystem fungierte[2].

Auch wenn bislang nur einige wenige Widerstandskämpfe in weißen deutschen Geschichtsbüchern erwähnt werden: Widerstand war ein wesentlicher Bestandteil von Kolonialismus und nicht nur ein Randphänomen!
Gleichzeitig verweist dieses Beispiel von Namibia, mit welcher Brutalität die weißen Deutschen „ihr Protektorat“ in Besitz nahmen und dabei fast die vollständige Bevölkerung ermordetenauch vor einem Genozid nicht zurück schreckten.

[1] Katharina Oguntoye: Eine afro- deutsche Geschichte. Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro- Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950, Berlin, 1997 , S 78/79.
[2] Fatima El-Tayeb: ’If You Can’t Pronounce My Name, You Can Just Call Me Pride’: Afro-German Activism, Gender and Hip Hop’, in: Gender and History, Vol. 15 No. 3 November 2003, S. 465.